Es ist Samstagabend. Ich stehe in meiner kleinen Küche und blättere in Büchern. Vor mir liegt mein Notizbuch, hinter mir köchelt ein Curry. Ich bereite mich auf den Women’s Circle vor – eine Gesprächsgruppe für studierende Frauen* zu Themen rund um eine zyklische Lebensweise, die bald wieder im forum³ stattfindet – und suche nach einem passenden Gedicht, um die Teilnehmenden auf den Abend einzustimmen. Das Curry bereitet mich auf den bevorstehenden Winter vor. Nicht die Jahreszeit – Gott sei Dank – sondern meinen inneren Winter, meine Mens. Meistens habe ich während der ersten zwei, drei Tage nicht die Kraft, mir Essen zuzubereiten. Habe ich gerade keine Schmerzen, muss ich mich von ihnen erholen. Deshalb koche ich jeweils in den Tagen zuvor etwas Feines, um meinem Körper wenigstens einmal pro Tag etwas Nahrhaftes zuzuführen. Auch meine Einkäufe und Hausarbeiten erledige ich vorab und schliesse bei Arbeit und Uni so viel ab wie nur möglich, damit ich während dieser ersten Tage m...
Durch die Jahrhunderte millionenfach vorgelesen, erzählt, gespielt, vertont, besungen, nachgedichtet, gemalt, gemeisselt, verfremdet worden ist sie, die Weihnachtsgeschichte in der Bibel, die von der Geburt des Kindes in der Krippe erzählt. Sie hat einen ganzen Kosmos von neuen Geschichten inspiriert – bis hin zu den auch in diesem Advent neu produzierten Bändchen mit Weihnachtsgeschichten in den Buchhandlungen. Noch heute gehört das Vorlesen von Weihnachtsgeschichten für viele zum weihnächtlichen Ritual. Offenbar eine gute Geschichte. Eine gute Geschichten berührt uns. Ob sie sich historisch genauso zugetragen hat, ist dabei kaum erheblich. Denn gute Geschichten vermitteln die Wahrheit der Seele. Sie lassen Sinn aufleuchten. «Dieser Sinn kommt in Form von Geschichten, die uns erzählen, wer wir sind und wo wir herkommen und wer unsere Leute sind … und was gut ist und was schlecht und wie sich jemand verhält, (...) was ehrenhaft ist, was richtig ist, wo Widerstand beginnt. Diese Gesc...